Obazda selbst gemacht – einfaches Rezept mit Camembert
Obazda selbst gemacht ist so eine Sache, bei der man sich fragt, warum man ihn eigentlich jemals fertig gekauft hat. Ein guter Camembert, ein paar einfache Zutaten und ein bisschen Zeit zum Durchziehen – viel mehr braucht es für diesen würzigen bayerischen Brotzeitklassiker nicht.
Rezepte für Obazda gibt es wahrscheinlich so viele wie Biergärten in Bayern. Mal wird er mit Camembert gemacht, mal mit Brie, mal etwas kräftiger gewürzt und mal besonders cremig. Dazu kommen natürlich noch die traditionellen Familienrezepte, bei denen sowieso jeder überzeugt ist, dass genau seins das einzig richtige ist.
Aber eins haben sie alle gemeinsam: Sie sind richtig lecker.
Und das Schöne daran: Für einen guten Obazda brauchst du keine ausgefallenen oder teuren Zutaten. Auch aus günstigen Lebensmitteln lässt sich eben etwas richtig Feines auf den Tisch bringen.

Welcher Käse eignet sich für selbst gemachten Obazda?
Beim Käse liegt der kleine, aber feine Unterschied: Camembert oder Brie?
Witzigerweise kommen beide ursprünglich aus Frankreich, obwohl wir hier gerade über einen waschechten bayerischen Brotzeitklassiker sprechen. Für mich ist viel wichtiger, dass der Käse schon einen gewissen Reifegrad hat und schön würzig schmeckt.
Mein Lieblingscamembert ist zum Beispiel genau dann perfekt, wenn er nach dem Einkauf noch ungefähr eine Woche bei mir im Kühlschrank verweilt. Dann hat er deutlich mehr Geschmack und lässt sich wunderbar zu Obazda verarbeiten.
Camembert mit oder ohne Rinde?
Auch daran scheiden sich die Geister. Ich habe die Rinde dieses Mal einfach drangelassen.
Wenn du deinen Obazda besonders fein und cremig magst, kannst du die Rinde vorher abschneiden. Das geht übrigens am einfachsten, solange der Camembert noch richtig kalt ist. Danach lässt er sich wunderbar zerdrücken und später auch besser aufs Brot streichen.
Und die abgeschnittene Rinde? Bitte nicht wegwerfen.
Ich erwärme sie gerne zusammen mit meinen confierten Tomaten im Backofen. Das Rezept findest du auch auf meinem Blog. Dazu etwas Stangenbrot und ein Glas Wein – ja, so einfach kann man mich glücklich machen. Und Lebensmittel verwertet hast du nebenbei auch noch.

Der wichtigste Tipp: Zutaten auf Zimmertemperatur bringen
Wenn du Obazda selber machst, sollten die Zutaten möglichst Zimmertemperatur haben. Vor allem der Käse lässt sich dann viel leichter zerdrücken und mit den übrigen Zutaten vermengen.
Du kannst die benötigten Zutaten rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und schon vorher abwiegen. Danach brauchst du eigentlich nur noch eine Schüssel und eine Gabel – und schon kann es losgehen.
So wird der Obazda schön cremig, ohne dass du dafür irgendein Küchengerät bemühen musst.

Obazda nicht nur zum Oktoberfest
Hast du schon einmal Obazda selbst gemacht? Obazda kann man das ganze Jahr über essen, also ich auf alle Fälle. In einem Schraubglas kannst du ihn gut zum Wandern oder Picknicken mitnehmen. Gut passt dazu ein trockenes, herzhaftes Brot oder Brez`n. Ein Messer reicht schon und jeder kann sich seine Portion selbst schmieren. So hast du eine tolle Brotzeit und nicht zu viel im Gepäck. Prima ist natürlich auch das dieser Aufstrich vor dem Verzehr keine Kühlung benötigt. (Übernacht solltest du ihn schon kühlen)
Kann man Obazda vorbereiten?
Ja, sogar sehr gut.
Wenn du einen Brunch, eine Brotzeit oder ein herzhaftes Buffet planst, kannst du den Obazda bereits am Vortag zubereiten. So können die Gewürze schön durchziehen und der Obazda schmeckt am nächsten Tag sogar noch ein bisschen würziger.
Frische Zwiebeln gebe ich allerdings gerne erst später dazu. So bleibt ihr Geschmack frischer und der Obazda lässt sich besser vorbereiten.
Vor dem Servieren kannst du ihn rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit er wieder etwas weicher und cremiger wird.
Wie lange ist selbst gemachter Obazda haltbar?
Gut abgedeckt und durchgehend gekühlt würde ich selbst gemachten Obazda innerhalb weniger Tage aufessen. Wie lange er genau haltbar ist, hängt natürlich auch von den verwendeten Zutaten und deren Frische ab.
Aber seien wir mal ehrlich: Bei einer ordentlichen Brotzeit ist die Haltbarkeit meistens nicht das größte Problem.
Und genau das mag ich am Selbermachen: Du bestimmst selbst, welcher Käse hineinkommt, wie kräftig du würzt und wie cremig dein Obazda werden soll. Außerdem weißt du ganz genau, was drin ist.

Obazda selbst gemacht
Kochutensilien
- 1 Gabel
Zutaten
- 200 Gramm reifer Camembert oder Brie
- 30 Gramm Butter
- 1 kleine Zwiebel ganz klein gehackt
- 2 Esslöffel saure Sahne
- 1/2-1 Teelöffel Paprikapulver edelsüß
- Pfeffer frisch gemahlen nach Geschmack
- 1/4 TL Meersalz nach Geschmack
- 1/2 TL Senf mittelscharf
- 1 Messerspitze Kümmel nach Geschmack
- 30 ml Bier helles
Anleitungen
Alle Zutaten sollten Zimmertemperatur haben
- 1. Camembert rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen und auf Zimmertemperatur bringen. Wenn du die Rinde entfernen möchtest, schneide sie vorher ab, solange der Käse noch kalt ist.
- 2. Camembert in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Weiche Butter, saure Sahne, Paprikapulver, Senf und Kümmel dazugeben und alles gründlich vermengen.
- 3. So viel helles Bier unterrühren, bis der Obazda schön cremig ist. Alternativ kannst du Milch verwenden.
- 4. Die fein gehackte Zwiebel unterheben und den Obazda mit frisch gemahlenem Pfeffer und wenig Salz abschmecken.
Notizen
Wenn du meinen Obazda nachgemacht hast, zeig ihn mir gerne auf Instagram und tagge mich mit @eineprisesalz.blog. Dann verpasse ich ihn nicht und freue mich wie ein kleiner Schneekönig.
Oder nimm dir den PIN für später mit.

Was passt zu selbstgemachtem Obazda?
Ganz klassisch natürlich eine frische Brez’n. Aber auch kräftiges Bauernbrot, Roggenbrot oder ein gutes Sauerteigbrot passen hervorragend dazu.
Ein paar Radieschen, Rettich oder Gewürzgurken daneben – fertig ist eine richtig schöne Brotzeit.
Wenn du für einen Brunch oder ein Buffet noch etwas Warmes suchst, probiere auch meinen Kartoffelgratin. Ich liebe ja Buffets – am besten solche, bei denen man sich dreimal einen neuen Teller holen muss.
Und wenn du dazu noch etwas frisches möchtest, probiere unbedingt meinen weisskraut-salat , du wirst ihn lieben – glaub mir. Oder diesen rezept-kraut-salat-bayrische-art, beide sind super schnell gemacht und total lecker.
Obazda selber machen und genießen
Obazda selbst zu machen ist wirklich kein Hexenwerk. Mit einem schön reifen Camembert und wenigen Zutaten hast du in kurzer Zeit einen würzigen, cremigen Brotaufstrich auf dem Tisch, der zum Frühstück genauso gut funktioniert wie zur Brotzeit, beim Brunch oder auf dem Buffet.
Und das Beste: Du kannst ihn genau so abschmecken, wie du ihn am liebsten magst.
Ich wünsche dir guten Appetit und viel Spaß beim Nachmachen.
Lass es dir schmecken!



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