Allgemein,  Fleisch und Geflügel

Hirschgulasch mit Wildfond

Weihnachtsessen 2020

Weihnachte 2020 wird für uns alle etwas anders ablaufen. Anstatt zu jammern und unzufrieden zu sein, sollten wir uns fragen, ob es nicht auch gute Seiten hat. In den letzten Jahren waren wir darauf programmiert, immer weiter , höher, schneller, teurer, besser, etc. zu werden. Ihr könnt euch selbst fragen ob das alles so weiter gehen kann bzw. muss. Wo soll das hinführen?

Dieser Virus zwingt uns tatsächlich über Dinge nachzudenken, wozu wir vorher keine Zeit, keine Lust, und keine Muße hatten. Wie wäre es, diese Zeit einfach zu genießen und Ruhe in uns kehren zu lassen. Wie wäre es, wenn man einfach mal wieder eine handgeschriebene Weihnachtskarte verschickt. Wie wäre es, wenn man diese Weihnachtskarte evtl. selber bastelt? Wie wäre es, Weihnachtsgrüße mit einem tatsächlichen Anruf zu tätigen anstatt eine Whats-App zu verschicken? Ich denke, letzteres wird ganz wichtig sein. Vielleicht entdeckt ihr neue Hobbys?

Der Run auf die Geschäfte in der Vor-Weihnachtszeit ist enorm. Speziell in Lebensmittelmärkten wird gekauft was das Zeug hält. Manchmal frage ich mich, wer soll das alles essen? Essen wir wirklich so viel mehr als in den anderen 51 Wochen im Jahr, oder landet das ein oder andere später nicht doch in der Tonne?

Freut euch, dieses Jahr habt ihr keinen Stress um alle Verwandten besuchen zu müssen. Dieses Jahr habt ihr die Möglichkeit euch mit ein paar ausgewählten Familienmitgliedern zu treffen. Ist das nicht schön? Ihr habt Zeit für einen Weihnachtsspaziergang. Ihr habt Zeit für euren Partner. Ihr habt Zeit für euch selbst. Ich finde das wunderbar, quasi wie eine kleine Auszeit. Ein kleiner Urlaub zu Hause und das solltet ihr genießen.

Deshalb gibt es bei uns an Weihnachten Hirschgulasch. Den könnt ihr vorher schon gut vorbereiten, damit am Weihnachtstag alles harmonisch, ohne viel Arbeit ablaufen kann. So habt ihr Zeit den Tisch schön zu dekorieren, damit alles schön festlich aussieht. Ich geb`s ja zu, da bin ich pingelig.

Einige von euch wissen ja, das unsere Kinder beide Jäger sind. So bekamen wir eine wunderschöne Hirschkeule am Stück. Damit es auch für 6 Personen reicht, habe ich daraus Gulasch geschnitten. Meine Kenntnisse im Auslösen einer ganzen Keule halten sich nämlich in Grenzen.

Zutaten für 6 Personen:

  • 1 Stück Hirschkeule
  • 1 großer Bund Suppengrün
  • 2 Stück Zwiebeln
  • 6-8 Stück Pimentkörner (zerdrückt)
  • 6-8 Stück Wacholderbeeren (zerdrückt)
  • 2 Stück Lorbeerblätter
  • Thymian
  • Pfeffer
  • Salz
  • Rotwein zum ablöschen
  • Butterschmalz zum anbraten
  • ca. 5 Stück Trockenpflaumen

Zubereitung Wildfond:

Meine Keule war noch leicht angefroren, so konnte ich sie gut zerteilen und das Fleisch ablösen. Fett und Sehen werden abgeschnitten und für den Fond verwendet.

Im Vorgeheizten Backofen die angefallenen Abschnitte und Knochen bei 200 220 Grad Ober,-Unterhitze gut anrösten. Dafür eignet sich die tiefe leicht gefettete Fettpfanne (Backblech) recht gut.

Das Suppengrün säubern und in grobe Stücke schneiden. Die Zwiebel mit samt der Schale vierteln. Alles zu den Knochenresten geben und mit anrösten. Mit Rotwein ablöschen und die Röstaromen vom Blech lösen. Hier braucht ihr nichts schälen.

Das Ganze in einen ausreichend großen Topf umfüllen. Meine Knochen passten gut in einen Kaninchen-Bräter hinein. Die Flüssigkeit der abgelösten Röstaromen und den Rest mit Wasser auffüllen bis alles gut bedeckt ist. Alles einmal aufkochen lassen und die Gewürze bis auf die Backpflaumen hinzugeben. Mit Salz etwas vorsichtig sein, nachwürzen geht immer.

Den Topf ohne Deckel für mindestens 3-4 Stunden in den auf 120 – 150 Grad geheizten Backofen stellen. Das kann auch ruhig über Nacht sein. Dann würde ich den Deckel schräg drauf lassen und die kleinere Temperatur wählen. Es sollte wirklich ganz langsam vor sich hin und dabei einköcheln.

Zum Schluss alles auf einem feinen Sieb abtropfen lassen. Das Gemüse nicht ausdrücken, sonst verliert ihr die schöne Farbe. Auch das nimmt etwas Zeit in Anspruch.

Dieser Fond wird später eure Soße.

Die ausgekochten Knochen und das Gemüse gebt ihr nochmal in den Topf zurück, gießt nochmal mit Wasser auf macht eine schöne Suppe daraus. Es darf auch hier nicht ausgedrückt werden. So bleibt sie schön klar. Das lasst ihr wieder für gut eine Stunde leicht vor sich hin köcheln. Danach wieder alles in einem Sieb abtropfen lassen.

Gulasch anbraten:

Die abgetupften Fleischstücke in Butterschmalz von allen Seiten scharf anbraten, das auch hier wieder Röstaromen entstehen. Vorsichtig mit Salz und Pfeffer würzen (kommt auf die Würze von eurem Fond an).

Alles mit Rotwein ablöschen und etwas einköcheln lassen. Mit dem Fond aufgießen. Jetzt kommen die Backpflaumen hinzu. Das Fleisch sollte so eben bedeckt sein und für ca. 1,5 Stunden bei ca. 120 Grad Ober,-Unterhitze im Backofen garen.

Zum Schluss die Soße binden. Das geht ganz gut mit einer Kartoffel, die ihr einfach in die Soße reibt. Eventuell noch einmal nachwürzen.

Beilagen:

Hier passen Rotkohl, Rosenkohl, Spätzle, Knödel oder auch Salzkartoffeln dazu.

Tipp: Die Soße erst andicken bevor gegessen wird. Oder ihr wärmt den Gulasch schonend im Backofen auf, so brennt nichts an.

Für den Fond habe ich bewusst auf mehr Rotwein und Portwein verzichtet.

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